Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und viel Energie. Bewegung hilft ihnen dabei, diese Energie abzubauen, Stress zu regulieren und neue oder herausfordernde Eindrücke zu verarbeiten.
Gerade das spielerische Raufen und Kräftemessen kann dabei einen wertvollen Rahmen bieten: Kinder lernen, ihre eigene Kraft einzuschätzen, Grenzen wahrzunehmen und auf ihr Gegenüber Rücksicht zu nehmen.
Die „Raufen nach Regeln“ AG richtet sich daher besonders an Kinder, die ihre Energie und ihren Bewegungsdrang in einem geschützten und klar strukturierten Umfeld ausleben möchten.
Gemeinsam bewegen, gemeinsam lernen.
Sport und Bewegung sind wichtig. Gemeinsam mit anderen Kindern werden sie zu einer
besonderen Erfahrung. Kinder haben ein natürliches Bedürfnis, sich mit anderen zu messen, ihre eigenen Fähigkeiten auszuprobieren und herauszufinden, wie viel Kraft sie einsetzen können.
Die AG schafft hierfür einen spielerischen und sicheren Rahmen.
Beim gemeinsamen Raufen und Kräftemessen lernen die Kinder, ihre eigenen körperlichen
Grenzen ebenso wahrzunehmen wie die Grenzen ihres Gegenübers. Sie erfahren, wie sich Kraft kontrolliert einsetzen lässt, wann Rücksicht gefragt ist und warum vereinbarte Regeln für ein faires
Miteinander notwendig sind. Dabei geht es nicht um Gewinnen um jeden Preis und nicht um Aggression, sondern um ein faires Miteinander.
Die Kinder sind beim Raufen keine Gegner, sondern Partner, die gemeinsam spielen,
ausprobieren und lernen.
Wie läuft die AG ab?
Die Kinder lernen zunächst die wichtigsten Regeln und Rituale kennen. Dazu gehört
insbesondere:
-Jeder darf selbst entscheiden, ob er an einer Übung teilnehmen möchte.
-Ein vereinbartes „Stopp“ beendet das Spiel sofort.
-Niemand tut dem anderen absichtlich weh.
-Die eigene Kraft wird kontrolliert eingesetzt.
-Die Grenzen des Gegenübers werden respektiert.
-Fairness und gegenseitige Rücksichtnahme stehen an erster Stelle.
Anschließend können die Kinder verschiedene altersgerechte Bewegungs- und Raufspiele
ausprobieren. Dazu können beispielsweise Partnerübungen, Kräftemessspiele oder ein
spielerischer Bodenkampf auf weichen Matten gehören.
Im Mittelpunkt steht dabei immer die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten.
Durch klare Regeln und eine pädagogische Begleitung entsteht ein Rahmen, in dem die Kinder
ihre Kräfte ausprobieren und gleichzeitig lernen, Verantwortung für sich und andere zu
übernehmen.
Was passiert, wenn Regeln verletzt werden?
Regelverstöße werden nicht einfach mit einem Ausschluss beantwortet.
Stattdessen wird individuell mit dem Kind besprochen, was passiert ist und welche Regel
verletzt wurde.
Das Kind erhält dadurch die Möglichkeit, sein Verhalten zu reflektieren, die Situation zu
verstehen und anschließend wieder an der AG teilzunehmen.
So werden Regeln nicht nur vorgegeben, sondern gemeinsam erlebt und verstanden. Die
Kinder lernen, dass Freiheit und Bewegung dort gut funktionieren, wo gleichzeitig
Verantwortung und Rücksichtnahme bestehen.
Was wird gefördert?
Selbstwahrnehmung: den eigenen Körper, die eigenen Gefühle und Grenzen besser
wahrnehmen
Fremdwahrnehmung: die Signale und Grenzen anderer erkennen und respektieren
Körperkraft: die eigenen körperlichen Fähigkeiten erfahren und weiterentwickeln
Körperkontrolle: Kraft gezielt einsetzen und dosieren lernen
Regelverständnis: Regeln kennenlernen, einhalten und deren Bedeutung verstehen
Disziplin und Impulskontrolle: trotz Aufregung oder Ehrgeiz das eigene Verhalten steuern
Rücksichtnahme und Fairness: Verantwortung für das Gegenüber übernehmen
Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit: erleben, was der eigene Körper leisten kann
Die „Raufen nach Regeln“ AG bietet damit einen Raum, in dem Kinder sich bewegen,
ausprobieren, Kräfte messen und Spaß haben können und gleichzeitig wichtige soziale und
körperliche Erfahrungen für ihren Alltag sammeln.