Wenn Schule zum Abenteuer wird!

Jedes Jahr zu Halloween wird es bei uns schaurig-schön. Unser 
traditionelles Halloweenfest verwandelt die Schule in einen furchteinflößenden Ort. 

 

Im Mittelpunkt steht dabei das gemeinsame Erleben. Mit viel Kreativität und Engagement gestalten wir verschiedene Angebote, die die Kinder dazu einladen, sich auszuprobieren, eigene Grenzen wahrzunehmen und über sich hinauszuwachsen.

 

Ein Highlight stellt dabei ohne Frage der Gruselkeller dar, in dem es um weit mehr geht, als um Erschrecken. Die Kinder tauchen in eine gruselige, mysteriöse und magisch wirkende Welt ein, die wochenlang liebevoll kreiiert und gestaltet wird. Statt nur Angst zu erzeugen, geht es eher darum Mut zu entwickeln, Vertrauen in sich selbst und die Gruppe zu gewinnen und außergewöhnliche Erfahrungen zu sammeln. In den Tiefen unserer Schule treffen Schauspiel auf Gruselkunst, Licht auf Nebel und merkwürdige Gestalten auf mutige Kinder.


Über dem Erdboden der komplette Kontrast: Disco, Tanzen, laute Musik. Hier pulsiert unsere Party! Der DJ heizt die Stimmung weiter ein und ein bunter Mix an Kindern in den verrücktesten Kostümen, verhält sich heute ganz anders als im normalen Alltag.

Drum herum rundet ein Rahmenprogramm das Event ab. Mürrische Hexen im Hexenwald, Ein Friedhof zum Knochen ausgraben, Zaubertränke, Mumienrennen, Hot Dogs. Eben alles mal ganz anders.


Halloween zeigt eindrucksvoll, wie erlebnispädagogische Elemente in den Schulalltag integriert werden können. Durch das bewusste Gestalten von Erfahrungsräumen werden soziale Kompetenzen gefördert, Selbstvertrauen gestärkt und nachhaltige Erinnerungen geschaffen.
Für uns als sozialpädagogischer Bereich steht dabei immer im Vordergrund, den Kindern nicht nur ein schönes Fest zu bieten, sondern ihnen echte Erlebnisse zu ermöglichen – Momente, die nachwirken und sie in ihrer Entwicklung begleiten.

Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste gemeinsame Abenteuer! 

Die Sinnhaftigkeit von Angst

„Wer bist du?“ „Das ist doch Lena, oder?“ „Ich habe gar keine Angst, du siehst gar nicht gruselig aus.“ Eine Meute von Drittklässlern steht vor dem Eingang in die „Anderswelt“. Die Kinder stehen ganz dicht beieinander und halten sich gegenseitig fest.  Alle sind hibbelig und voller Vorfreude. Hochrote Gesichter unter bunter Schminke zeigen, dass sie höchst konzentriert sind, ein Moment der totalen Aufmerksamkeit. Wir öffnen die Türen und führen sie in eine Welt voller tragischer Geschichten, Wesen und Dunkelheit. Sie lieben es, wir lieben es. 

Das Halloween Fest prägt unseren Standort. Dieses Jahr haben wir daraus ein ganzes Projekt gemacht. Eine Woche lang beschäftigen wir uns mit dem Thema „Gruseln".

Ein Konzept entwickelt sich bei uns schon Wochen vorher. Ich bin Teil des Gruselkeller Teams und besonders in dieser Zeit weiß ich, warum ich meinen Beruf so liebe. Unser Anspruch ist enorm und der Keller ist in dieser Zeit wie ein zweites zu Hause.

In der Projektwoche nähern wir uns dem Thema mit unterschiedlichsten Angeboten. Diesmal wird auch der Keller schon im Vorfeld zu einem wandelnden Ort der fantastischen und düsteren Ideenwelten der Kinder. Neonlicht wird zu einem experimentellen Bestandteil und es entstehen Neonbilder, T-Shirts und auch Werwolf spielt sich viel besser im schaurigen Keller. An der Oberfläche werden Hexenkessel zum Brodeln gebracht und ein krönendes Halloweenfestmal läutet unseren Festtag ein.

Sie kommen alle verkleidet. Ein Kind gruseliger als das Andere. Ich weiß es noch nicht, aber ich werde nichts von den Geschichten der Obenwelt mitbekommen. Der Gruselkeller hat so viele Anmeldungen wie noch nie zuvor. 

Um 20 Uhr schalten wir dann das Licht im Keller an, der Zauber verfliegt und wir sehen die Kulissen, ganz mitgenommen von den aufgeregten Kindern. Unsere Schminke ist zerlaufen und wir haben keine Stimme mehr. Alle sind erschöpft, aber voller guter Gefühle. 

Die Kinder haben viele Stationen durchlaufen. Sie konnten auf dem Hexenhügel Zaubertränke brauen, auf Zombiepferden um die Wette rennen, auf dem Friedhof Schätze ausgraben und so vieles mehr. Für Kinder die sich nur ein bisschen gruseln möchten, gab es einen Raum, der einfach zum Entdecken eingeladen hat und für Kinder, denen es ganz zu viel wurde, gab es den Raum der „Neutralität“. 

 

Warum ist dieses Fest so wichtig für Kinder? Auch damit haben wir uns auseinandergesetzt. Ist Angst Sinnhaft oder überfordern wir die Kinder? 

Die Sinnhaftigkeit von Angst ist es, den Kindern in einem geschützten und vertrauten Rahmen eine Herausforderung zu bieten, die sie bestehen dürfen. Und damit haben wir ein Fest, was nicht nur Spaß macht, sondern eines der wichtigsten Kompetenzen fördert: Selbstbewusstsein und Selbstwert, sowie Empathiefähigkeit. Der geschützte Rahmen und die vertrauensvolle Beziehung zu den Kindern ist dabei maßgebend. Angst schüttet Adrenalin aus, was sich durch die Bewältigung der Angstsituation in Endorphine umwandelt. Die Kinder sind die ganze Zeit nie allein. Alles erleben sie in Gemeinschaft und sie wissen, sie können jederzeit aus der Situation raus, wenn es ihnen doch zu viel wird. Und haben sie sich ihrer Angst gestellt und diese überwunden, sind sie alle daran gewachsen. Sich Ängsten zu stellen, ist Teil des Entwicklungsprozesses und prägt Kinder für zukünftige Herausforderungen. 

Das Feedback der Kinder ist unser Motivationsträger und wir freuen uns auf das nächste Halloweenfest!

 

Lena Bökenkröger

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:

06.07.2026

 

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