LUDWIG-BECHSTEIN-GRUNDSCHULE
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Letzte Aktualisierung:
17.08.2018

 

 

 

 

 

 

 

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Ludwig-Bechstein-Grundschule
Ludwig-Bechstein-Grundschule

Schulanfangsphase

Konzept des individualisierten Lernens in „Jahrgangsbezogenen Lerngruppen (JabL)“

 

1. Einleitung

 

Mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 findet der Unterricht in der Schulanfangsphase in „Jahrgangsbezogenen Lerngruppen“ (JabL) statt. Der Begriff der Schulanfangsphase beinhaltet die 1. und 2. Klassenstufe. Zukünftig haben wir folgende Klassen: 1a, 1b, 2a und 2b. Diese Grundorganisation des Unterrichts hat für unsere Schülerinnen und Schüler zwei erhebliche Vorteile:

 

-       Kontinuität / Stabilität

Kein jährlicher Wechsel der halben Lerngruppe führt zu mehr Kontinuität und Ruhe.

Klassengemeinschaften bleiben über einen längeren Zeitraum zusammen, somit ist der Aufbau einer positiven Identifikation und Gruppenzugehörigkeit eher möglich, was für Geborgenheit und Orientierung sorgt. Kinder benötigen Stabilität und den jahrelangen persönlichen Bezug, da ihre häuslichen Situationen oft durch wechselnde Familienkonstellationen geprägt sind.

 

-       Differenzierung / Individualisierung

Bereits innerhalb jahrgangsbezogener Lerngruppen sind hinreichende Differenzierungsmöglichkeiten gegeben. Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrer Individualität entsprechend wahrgenommen und gefördert. Sowohl die basalen als auch die sozialen Kompetenzen in ihrer unterschiedlichen Ausprägung sorgen für ein facettenreiches Miteinander im Klassenverband und erfordern eine sehr individuelle Unterrichtsgestaltung. Folgende Aspekte finden Berücksichtigung:

Sachbezogene Inhalte/ Fachwissen

-       Grundlagenvermittlung

-       Artikulation

-       Sprachkenntnisse

-       Verständnis für logische Zusammenhänge

-       Abstraktionsvermögen

-       Transferleistungen

 

 

Soziale Qualifikation

-       Regelakzeptanz

-       Umgang mit gruppendynamischen Prozessen

-       Konfliktbewältigung

-       Rituale (als festen Bestandteil des schulischen Alltags erleben)

-       Rhythmisierung des Schulalltags

-       kulturelle und soziale Vielfalt des familiären Lebens

 

Die Individualisierung des Unterrichts stellt in Verbindung mit einer hohen Kontinuität/Stabilität die Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Schulanfang dar.

 

2. Äußere und innere Organisation

 

2.1      Ist-Zustand

 

Ein jahrgangsstufenübergreifendes Curriculum und ein fachlich-inhaltliches Kompetenzraster für die Ziele der Schulanfangsphase als Doppeljahrgangsstufe 1 und 2 liegt vor. In diesem Kompetenzraster sind die Mindestanforderungen für die Lernbereiche der Schulanfangsphase bis zum Ende der Klasse 2 festgelegt (siehe Anlage 1).

Die Lehrerinnen der Schulanfangsphase organisieren in ihrer wöchentlich stattfindenden Teamsitzung die Zusammensetzung der künftigen ersten Klassen. Dabei werden, wenn möglich, Kitafreundschaften genauso berücksichtigt wie der Elternwunsch.

Um den Übergang von der Kita zur Schule zu erleichtern, gibt es Kooperationsvereinbarungen mit den im Einzugsbereich liegenden Einrichtungen. Gemeinsam mit den Kitas sind Bildungsanforderungen erarbeitet worden (siehe Anlage 2).

Um den zukünftigen Schulanfängern die Möglichkeit zu geben, einen ersten Einblick in den schulischen Alltag zu bekommen, werden gegen Ende des Schuljahres Hospitationstermine vereinbart. Die Kinder werden ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend in den Schulalltag integriert und werden bereits im Vorfeld mit den bestehenden sozialen sowie organisatorischen Regeln und Ritualen vertraut gemacht und an die neue Lernumgebung herangeführt.

Eine erste Informationsveranstaltung für alle Eltern der neuen Schulanfänger findet bereits gegen Ende des laufenden Schuljahres statt, in der die Eltern Näheres über den Ablauf der Einschulung, die Organisation der ersten Schultage, den Umgang mit dem Arbeitsmaterial und soziale Regeln und Rituale erfahren.

Die Eltern werden dort ebenfalls über die Klasseneinteilung informiert und können somit einen ersten Kontakt zur Klassenlehrerin aufnehmen.

Des Weiteren finden vor dem Übergang in die Klassenstufe 3 Gespräche mit den künftigen KlassenlehrerInnen über das erworbene Leistungsniveau bzw. die sozial-emotionale Reife der Kinder statt. Die gemeinsam erarbeiteten Mindest-Standards in den Fächern Deutsch und Mathematik sowie die Mindest-Standards der Sozial- und Methodenkompetenz für den Übergang von der Klassenstufe 2 in die Kassenstufe 3 werden dabei berücksichtigt (siehe Anlage 1).

 

2.1.1   Personeller Aspekt

 

An unserer Schule arbeiten neben dem Schulleiter und der Konrektorin 17 Lehrerinnen und Lehrer, die von den Pädagogen der VHG und der ergänzenden Förderung undBetreuung sowie den Mitarbeitern der Schulstation unterstützt werden. Vier Lehrerinnen sind in der Schulanfangsphase als Klassenlehrerin eingesetzt. Neben den Klassenlehrerinnen erteilen zusätzlich zwei Lehrerinnen Fachunterricht in den Klassen. Vier Pädagoginnen der VHG sind den Saph-Klassen zugeordnet und betreuen die Kinder. Die Teamklassen 1a/ 2a und 1b/ 2b arbeiten auf personeller Ebene eng zusammen und sind wechselseitig in den Klassen eingesetzt.

 

2.1.2   Räumlicher Aspekt

 

Unser Schulgebäude besteht aus drei Trakten für die Klassen- und Fachräume und einem Verwaltungstrakt. Im zweiten Trakt befinden sich die Klassen der Schulanfangsphase.

Für die vier Klassen der Schulanfangsphase gibt es einen zusätzlichen Teilungsraum, der von allen Klassen genutzt wird.

 

2.2      Umsetzungsvorhaben – allgemein

 

In der Schulanfangsphase arbeiten jeweils zwei Klassen verschiedener Jahrgangsstufen teamweise zusammen. Das hat den Vorteil, dass Kinder, die ein drittes Jahr in der Schulanfangsphase verweilen bzw. vorzeitig aufrücken von der entsprechenden Partnerklasse aufgenommen werden. Die Kinder kennen somit die Lerngruppe und die „neue“ Klassenlehrerin. Gemeinsamer Sportunterricht sowie klassenübergreifende Projekte in Form von Stationen-, Werkstatt-, Tages- und Wochenplanarbeit in den verschiedenen Fächern werden so leichter organisiert und durchgeführt.

Dabei ergeben sich Projekte aus der jeweiligen Klassensituation. Geplant sind u.a. folgende klassenübergreifende Projekte:

-       Projekt zur Verkehrserziehung bis zu den Herbstferien

-       Projekt zur Weihnachtszeit

-       Projekt Frühblüher

-       Projekt Märchen

 

Des Weiteren unterstützen schulische Veranstaltungen wie

-       das Fußballturnier am letzten Schultag vor den Halbjahreszeugnissen

-       der Sponsorenlauf im März/ April

-       verschiedene Schulfeste zu Weihnachten und am Ende eines jeden Schuljahres

und mindestens ein gemeinsamer Wandertag der Teamklassen diesen Ansatz und fördern somit das soziale Lernen. Zusätzliche Ausflüge und Wanderungen sind jederzeit klassenweise oder –übergreifend möglich. Neben teamübergreifenden außerunterrichtlichen Veranstaltungen findet der Unterricht in einzelnen Fächern ebenfalls klassenübergreifend statt.

Schülerinnen und Schüler des höheren Jahrgangs übernehmen Patenschaften für die Lernanfänger und erleichtern ihnen den Einstieg in den schulischen Alltag. Eine Unterstützung durch die Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 und 6 wird angestrebt. Klassenübergreifende Projekte, wie das Zirkusprojekt oder die Vorbereitung zu unserem jährlich stattfindenden Weihnachtsbasar, über die Schulanfangsphase hinaus unterstützen ebenfalls das Wir-Gefühl innerhalb der gesamten Schülerschaft und fördern die Entwicklung sozialer Kompetenzen in großem Maße. Paten können gemeinsam mit ihren Patenkindern an diesen entsprechenden Projekten teilnehmen und ihre Patenschaften über den normalen Schulalltag hinaus aktiv leben.

 

2.3      Grundlagen des Förderns und Forderns

 

Der Förderunterricht dient dazu, die Fähigkeiten und Begabungen der Kinder zu unterstützen und individuelle Lernrückstände sowie Lernschwierigkeiten einzelner Kinder aufzugreifen. Näheres können Sie unserem Förder- und Forderkonzept entnehmen.

 

2.3.1   Förderung für langsam lernende Kinder

 

Langsam lernende Kinder benötigen im binnendifferenzierten Unterricht zusätzliche Unterstützung, um ihrem eigenen Lerntempo gerecht zu werden und ihre natürliche Neugier aufrechtzuerhalten bzw. zu verstärken.

Die Kinder werden individuell gefördert durch:

 

-       das Erstellen eines 1. Förderplans im Oktober/ November nach erfolgter Lernstandserhebung

-       weitere Förderpläne zu Beginn des 2. Schulhalbjahres

-       die Teilnahme am regulären Deutsch- und Mathematik-Förderunterricht

-       spezielle Lernfördergruppen (Teilungsunterricht)

-       zusätzlich 2-3 Stunden wöchentlich individuelle Unterstützung durch Lesepaten

-       zweimal wöchentlich stattfindende Hausaufgaben-AG‘s am Nachmittag

-       das Angebot einer Sport-AG zum Ausgleich motorischer Defizite.

-      bei extrem langsam lernenden Kindern wird in der 2. Hälfte des 2. Schulbesuchsjahres ein Feststellungsverfahren einberufen, um einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Lernen festzustellen.

 

Da wir in jahrgangsübergreifenden Teams arbeiten, geben wir langsam lernenden Kindern die Möglichkeit als Gastschülerin bzw. Gastschüler in der jeweiligen unteren Teamklasse am Unterricht teilzunehmen. Ein Übertritt ist für einen Probezeitraum von vier Wochen sowohl nach den Herbstferien, nach den Weihnachtsferien als auch nach den Winterferien möglich.

 

Des Weiteren können Kinder, die krankheitsbedingt länger nicht am Unterricht teilnehmen konnten, stundenweise am Unterricht der Teamklasse teilnehmen, um so Lerndefizite auszugleichen.

 

2.3.2   Förderung für Schnelllerner

 

Um den Bedürfnissen schneller lernender Kinder gerecht zu werden, wird eine für sie anregende Lernumgebung geschaffen, die ihnen Freiräume für besondere Lerninteressen gibt. Sollte sich das Leistungsniveau sehr dem der höheren Jahrgangsstufe annähern, geben wir ihnen die Möglichkeit, in bestimmten Fächern am Unterricht der höheren Jahrgangsgruppe teilzunehmen. Durch die Teambildung an unserer Schule wird dieses Vorhaben realisierbar. Zudem ist den Kindern die zweite Lehrerin vertraut, sodass keine „Umstellungsschwierigkeiten“ auftreten. Sie lernen zunächst alle Arbeitstechniken und Methoden zum selbstständigen Wissenserwerb kennen, um sie anzuwenden. Somit sind sie häufig in der Lage, eigenständig zu arbeiten und zu forschen.

 

Die Kinder werden individuell gefördert durch:

-       umfangreicheren Lernstoff (quantitative Differenzierung)

-       weiterführende Angebote (qualitative Differenzierung)

 

Analog orientieren sich die zeitlichen Maßnahmen und die Beratung der Eltern für einen möglichen Übertritt an denen der langsam lernenden Kinder.

 

2.3.3   Einbindung der Eltern in die Förderplanung

 

Die Einbindung der Eltern in die Förderplanung mit ausführlichen Informationsgesprächen über Zeitplan, Zielvorgaben und Inhalte sowie Fördermaterialien ist selbstverständlich.

Im November finden erste Elterngespräche über die individuellen Lern- und Entwicklungsfortschritte der Kinder statt. Besprochen werden außerdem die Möglichkeiten des Verweilens in der Schulanfangsphase bzw. das Aufrücken Schnelllerner in die nächsthöhere Jahrgangsstufe.

Kinder, bei denen erhöhter Förderbedarf besteht und bei denen ein Jahr umfangreiche Fördermaßnahmen noch nicht ausreichen, um bestehende Defizite auszugleichen und voraussichtlich ein erfolgreiches Mitarbeiten in der nächsthöheren Klasse nicht möglich ist, verweilen ein weiteres Jahr in der Schulanfangsphase. Das ggf. dritte Schulbesuchsjahr wird nicht auf die Schulpflicht angerechnet.

Dabei wird verdeutlicht, das Verweilen als Chance anzusehen, dem Kind sichere Grundlagen als unabdingbare Voraussetzung für eine weitere erfolgreiche Schullaufbahn zu vermitteln.

Einzelne Kinder, die schneller lernen, nehmen unter Berücksichtigung ihrer sozial-emotionalen Reife am Unterricht der nächsthöheren Klasse teil. Sie erhalten im Verlauf des 1. Schulbesuchsjahres die Möglichkeit, an einzelnen Stunden im 2. Schuljahr bzw. im Verlauf des 2. Schulbesuchsjahres an einzelnen Stunden im 3. Schuljahr teilzunehmen, um je nach Erfolg, in die nächsthöhere Klassenstufe zu wechseln. Dieser Schritt soll nach Rücksprache mit den Eltern und einer individuellen Probezeit erfolgen, um die Lernmotivation der Kinder aufrecht zu erhalten.

Weitere Elterngespräche finden in regelmäßigen zeitlichen Abständen bei Bedarf statt, eine Elternberatung zusätzlich nach den Osterferien.

Voraussetzung einer gut funktionierenden Elternarbeit sind für uns die ernsthaft verstandene Mitwirkung und Kooperation. Dazu gehören unter anderem:

-       die Formulierung gemeinsamer Vereinbarungen/ Regelungen

-       Möglichkeiten zur Hospitation/ Mitwirkung im Unterricht

-       Vereinbarungen von Maßnahmen effektiver häuslicher Unterstützung.

 

2.4      Rhythmisierung

 

Rhythmisierung bedeutet für uns unter anderem, dass täglich die ersten beiden Unterrichtsstunden durch die Klassenlehrerin durchgeführt werden. Rituale wie ein gemeinsames gesundes Frühstück, Morgenkreise und klassenübergreifende Aktivitäten wie Weihnachtssingen, Leseprojekte und Ehrungen von Schülerinnen und Schülern sind so überhaupt erst möglich und unterstützen das soziale Lernen nicht nur innerhalb einer Klasse, sondern innerhalb der gesamten Schulanfangsphase. Die Klassen werden nicht nur isoliert gesehen. Eine Zusammenarbeit über das jeweilige Team hinaus wird so erst möglich. Die Schülerinnen und Schüler erfahren so, dass nicht nur sie in ihrer Klasse bzw. in ihrem Team ein Wir sind, sondern erleben die Schulanfangsphase als Einheit.

 

Um einen Wechsel der Schülerinnen und Schüler innerhalb ihres individuellen Leistungsniveaus im Deutsch- und Mathematikunterricht problemlos zu ermöglichen, ist eine Kernzeit für Klassenlehrerinnen in den Jahrgangsstufen 1 und 2 in der ersten und zweiten Stunde Grundvoraussetzung.

 

2.5      Einschulung

 

In den ersten beiden Schulwochen wird der Unterricht ausschließlich von den Klassenlehrerinnen durchgeführt, um den Kindern die Eingewöhnung in den schulischen Alltag zu erleichtern. Das gesamte Kollegium unterstützt dieses Konzept. Die Schulleitung achtet darauf, dass die Klassenlehrerinnen der Schulanfangsphase weder für Vertretungsstunden noch für Aufsichten zur Verfügung stehen. Die Teampartnerinnen unterstützen sich gegenseitig. Der Unterricht der ersten Woche findet als Doppelsteckung statt.  

 

Die Kolleginnen der Schulanfangsphase planen und gestalten die Einschulungsfeier in der ersten Schulwoche mit den Kindern des zweiten oder dritten Schulbesuchsjahres. Eine Unterstützung durch die MusiklehrerInnen unserer Schule ist wünschenswert.

Am Tag der Einschulung zeigen alle Kolleginnen und Kollegen Präsenz.

  

3. Fortbildungsplanung

 

Es finden im Abstand von 4 Wochen Klassenstufenkonferenzen statt. Diese sind jahrgangsstufenübergreifend (1/2) organisiert. Die Klassenstufenkonferenz meldet jährlich spätestens im März ihren Fortbildungsbedarf an die Schulleitung. Der aufgezeigte Bedarf wird auf der individuellen Ebene, der gesamtschulischen Ebene und gegebenenfalls auch auf der Schulleitungsebene eingeflochten und umgesetzt. Die jeweils aktuelle Fortbildungsplanung befindet sich im Fortbildungskonzept.

 

4. Evaluation

 

Das Evaluationsteam überprüft einmal jährlich im März die im Konzept beinhalteten Zeit-Maßnahmen-Planungen. Die Klassenstufenkonferenz 1/2 überarbeitet das Konzept entsprechend der Hinweise. In der 4. GEV, GK und SK werden die Veränderungen vorgestellt und abgestimmt. Näheres finden Sie im Qualitätskonzept.

 

 

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